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Apr

Sich selbst gut pflegen

Ich spreche wohl für jede Pflegeperson wenn ich sage, dass die Pflege nicht nur ein körperlich anstrengender Beruf ist, sondern dass auch die Seele sehr schwer belastet werden kann. Nicht selten verdrängen wir unangenehme Ereignisse und vergraben sie tief in den hintersten Ecken unsere Köpfe. Das ist aber nicht die Lösung, sondern schafft eine innere Unruhe. Es ist deswegen genauso wichtig, auf die eigene Seele und die persönliche Belastungsgrenze zu achten wie auf die eigentliche Hygiene des Körpers. Man sollte also sozusagen ´Psychohygiene´ betreiben um die Seele rein zu halten.

Aber was ist Psychohygiene?

Jeder Mensch hat seine persönliche Belastungsgrenze, die er oder sie nach Möglichkeit nicht überschreiten sollte. Es gibt im Alltag aber immer wieder Situationen, mit denen auch ich nicht immer zurechtkomme und die mich an meine persönlichen Grenzen bringen. Ich muss mir also selbst präventive (vorbeugende) Maßnahmen überlegen, wie ich mit der seelischen Belastung im Arbeitsalltag besser umgehen kann. Nur so kann ich meinen Körper und meine Seele gesund halten. Die Psychohygiene ist demnach genauso wichtig wie die Hygiene des Körpers selbst. Mit hilft zum Beispiel ein gelegentliches Gespräch unter Kollegen, um meinem seelischen Stress einmal Luft zu machen. Leider ist das aber nicht immer so einfach umzusetzen, besonders wenn das Verhältnis zwischen den Kollegen selbst schon angespannt ist.

Die eigenen Gefühle klären

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist der Umgang mit den eigenen Gefühlen. Ein Jeder hat seine eigenen Normen und Werte. Unsere Werte, wie auch unsere Gefühle, bestimmen unseren Alltag und unser gesamtes Sein. Ich muss mir darüber klar werden, welche drei Gefühle ich in meinen Arbeitsalltag einbauen möchte, um meine Arbeit sowohl für mich als auch für die zu pflegenden Personen angenehmer und schöner zu gestalten. Denn wenn ich zum Beispiel auf der Arbeit permanent gegen meine eigenen Gefühle und Werte arbeiten muss, so steigert das in besonderem Maße meine Unzufriedenheit im Alltag und am Arbeitsplatz. Das wiederum kann zu seelischen und psychischen Belastungssituationen führen. Es macht also Sinn, sich die eigenen Gefühle einmal vor Augen zu halten und die Situation auf der Arbeit einmal zu reflektieren um die Situation grundlegend zu verbessern.

Strategien zur Stressbewältigung

Im Grunde ist es gar nicht so schwer, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, wir nehmen uns nur nicht die Zeit, unseren Körper zu verstehen und auf ihn zu hören. Ich selbst nehme mir jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um über die Geschehnisse nachzudenken, mir bewusst zu werden, warum mich die eine Situation so belastet hat und eine andere vollkommen an mir vorbei gegangen ist. Es hat mir auch eine Zeit lang geholfen, ein Tagebuch zu führen und darin auch meine Gefühle aufzuschreiben. Das war allerdings ziemlich zeitaufwendig. Ein paar meiner Kollegen bewältigen den Stress mit Sport oder sie meditieren. Ich finde, das sind alles gute Beispiele und Anregungen für alle Berufstätige, nicht nur für das Pflegepersonal. Welche Strategie am Ende die beste ist, das muss natürlich jeder selbst herausfinden.